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Hell Boy

Matthias Schlitte ist Armwrestler, hat einen Gendefekt und eine Botschaft, die weit über seinen Sport hinausgeht

Text: Ilja Behnisch

Dann reißt der Bizeps. Eine halbe Minute lang haben ein kahlköpfiger Holländer, Typ Popeye, und der deutsche Matthias Schlitte, Kampfname „Hellboy“, miteinander gerungen. Versucht, den Handrücken des jeweils anderen auf ein kleines Kissen zu drücken, das dem Armwrestling-Tisch eingeschrieben ist. Sanft klingt das, fast gemütlich. Das Wanken, das Hin und Her der Arme, hat sogar etwas Meditatives. Bis der Bizeps reißt.

„Krankenwagen, Krankenwagen“, ruft der kahlköpfige Holländer immerfort, fast entschuldigend. Kein Krankenwagen weit und breit, nicht einmal ein Sanitäter. Stattdessen bringt ihm jemand in Küchenhandtücher gewickelte Eiswürfel.
„Scheiße. Habe ich sofort gespürt“ und dass das, so wie Armbrüche, schon mal vorkommt, sagt Matthias Schlitte, 31 Jahre, 185 Zentimeter, 70 Kilogramm. Siebenfacher Deutscher Meister, Vizeweltmeister 2013.

Sein rechter Arm – dick wie ein Panzerrohr, 44 Zentimeter Umfang. Links zum Vergleich: 28 Zentimeter. Seine rechte Hand – groß wie ein Baseballhandschuh. Dafür verantwortlich ist ein Gendefekt, das Klippel-Trénaunay-Weber-Syndrom, auch angiektatischer Riesenwuchs genannt. Ein angeborenes, nur sporadisch auftretendes Fehlbildungssyndrom der Gefäße, mit weltweit etwas über 3000 Fallbeispielen. (…)

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