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Der Alchimist

Mike Tyson war ein übergewichtiger Straßendieb, als ihn Boxtrainer Cus D’Amato 1980 unter seine Fittiche nahm. Der weise New Yorker machte ihn zum jüngsten Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten 

Ein geborener Glückspilz war Cus D’Amato sicher nicht. Im Gegenteil: Sein Leben war lange Zeit ein großer Haufen Scheiße gewesen. Seine Mutter starb, als er fünf Jahre alt war. Der Vater züchtigte ihn so heftig mit dem Gürtel, dass er durch einen unglücklichen Treffer auf einem Auge erblindete. (D’Amato selbst bevorzugte die Version, er habe sich die Verletzung bei einer Straßenschlacht zugezogen.) Sein Bruder Gerry wurde in einem Akt von Willkür durch einen Polizisten erschossen. Als Spross italienischstämmiger Einwanderer war er ständigen Diskriminierungen ausgesetzt. Die Familie lebte in der Bronx, dem Revier des Mafiabosses Dutch Schultz, wo Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung waren. Kein Wunder, dass Cus D’Amato zeitlebens ein misstrauischer Mensch blieb. Auf seinem Anwesen in Catskill im Bundesstaat New York hortete er Gewehre. Wenn ihn jemand fragte, wozu er all die Waffen habe, antwortete er: „Lieber ein kleines bisschen paranoid als ein kleines bisschen tot.“ Schnelle Bewegungen in seiner Nähe konterte er noch jenseits der siebzig, indem er blitzartig die Deckung hob und seinem Gegenüber, selbst wenn es nur eine unbeholfene Bewegung war, eine Ohrfeige versetzte.(…)

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