Apr 3, 2017; Augusta, GA, USA; Dustin Johnson walks up the 13th fairway with the Hogan Bridge (in the background) during a practice round at The Masters at Augusta National GC. Mandatory Credit: Rob Schumacher-USA TODAY Sports *** Please Use Credit from Credit Field ***

Der Katastrophenspieler

US-Golfer Dustin Johnson soff, nahm Drogen und ließ kein Fettnäpfchen aus. Dann traf er die Tochter von Eishockey-Legende Wayne Gretzky und wurde der beste Profi der Welt

Text: Petra Himmel

Da steht er auf der Driving Range von Augusta National und grübelt: über seinen Schwung, seinen Rücken, diese verfluchte Situation. Er, Dustin Johnson, ist der haushohe Favorit der US Masters 2017. Er führt die Weltrangliste an, hat seine letzten drei Turniere gewonnen, ist in der Form seines Lebens. Seine Welt war perfekt – bis gestern Nachmittag um drei. Da lief er die drei Holzstufen der Treppe in seinem Mietshaus herunter, um seinen Wagen umzuparken, rutschte aus, fiel auf Ellenbogen und Rücken, verletzte sich. Eine tiefe Schürfwunde am Rücken.
22 Stunden später steht er also auf der Driving Range des Augusta National Golf Club und weiß nur eins: Er will nicht aufgeben. Er ist wie immer eine Stunde vor seiner Startzeit zum Bälleschlagen mit Coach Butch Harmon erschienen. Von hier aus geht er aufs Putting-Grün, 50 Meter neben dem ersten Abschlag. Hunderte Zuschauer weichen vor ihm zurück. Flüsternd wird sein Gesundheitszustand diskutiert. Als Johnson das Grün verlässt, bleiben ihm noch fünf Minuten bis zum ersten Schlag. Er schüttelt den gesenkten Kopf, blickt auf seine Schuhe. Er geht am ersten Abschlag vorbei zum Schiedsrichter – und gibt auf. Ein Raunen geht durch die Menge. „Ich will spielen“, kommentiert er sein Ausscheiden, „aber ich kann nicht schwingen. Und das Fatale ist, dass mein Rücken in zwei, drei Tagen wahrscheinlich wieder gut ist.“

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