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Die Rote Armee

Die sowjetische Nationalmannschaft spielt in den 80er-Jahren das schönste Eishockey der Geschichte. Doch die Brillanz wurde erkauft mit militärischem Drill und eiserner Disziplin. Bis die Stars auf dem Eis rebellierten   

Text: Philipp Köster

Wjatscheslaw Fetisow hat mit Schwierigkeiten gerechnet. 1989 ist der Verteidiger in die nordamerikanische Profiliga NHL zu den New Jersey Devils gewechselt, als erster Spieler der berühmten Sbornaja, der sowjetischen Nationalmannschaft. Aber es sind nicht die harten Attacken der Verteidiger aus Vancouver und Montreal, die Fetisow zu schaffen machen, sondern der Chevrolet, den sich der Verteidiger vom ersten Salär geleistet hat. Als der 31-Jährige versucht, wie im Lada in einen höheren Gang zu schalten, kracht das Automatikgetriebe des Oberklassegefährts vernehmlich, zur großen Freude der örtlichen Boulevardpresse, die die neu verpflichteten Sowjet-Stars ohnehin misstrauisch beäugt. Auf dem Eis läuft es zunächst nicht besser, auch weil Fetisow erst langsam begreift, dass Eishockey in Nordamerika immer auch eine große Show ist. Als ihn in der Partie gegen die Toronto Maple Leafs der gegnerische Flügelmann Wendel Clark attackiert, verweigert sich Fetisow zur Enttäuschung des Publikums standhaft einer bühnenreifen Prügelei und gibt hinterher kleinlaut zu Protokoll: „Ich habe zu ruhig reagiert, das wird sich ändern!“  (…)

Die komplette Reportage über die Red Army ab sofort in der neuen Ausgabe von NoSports