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Kleiner Hund, was nun?

Vorbei die Zeiten, als der Mops nur ein Gemütlichkeitshund war. Jetzt muss er auch sprinten. Mopsrennen sind der neue Trend. Ein Stadionbesuch

Text: Moritz Herrmann

Erste Erkenntnis: Der Mops sieht immer aus, als würde er hadern, das macht ihn liebenswert. Ein an der Welt verzweifelnder Zwerg. Die Stirn in tausend Falten gelegt, dazu glasige Augen, als habe er gerade erst wieder geweint, weil alles schlimm ist und sinnlos. Ein fatalistischer Hund letzterdings.
Zweite Erkenntnis: Das Mopsrennen ist ein in seiner Trostlosigkeit fantastisches Erlebnis. Bei für Hamburger Verhältnisse gutem Wetter, also Nieselregen, grillen die Bratwürste auf dem Rost. Im Vereinsheim kostet das Mettbrötchen einen Euro, lachsbelegt zwei. Carportvergleiche zum Kaffee. Und hamses nicht bisschen kleiner? Für eine dritte Erkenntnis reicht es nicht. Der Sprecher pfeift zum Start.
Die Welkers, Vater und Sohn, sind mit Möpseline da, ein Jahr, sechs-kommavier Kilo. „Ich sach ja immer: Wer keinen Mops hat, hat nicht gelebt“, sagt Karl, Vater, und Sebastian, Sohn, sagt nichts, weil Karl ja immer was sagt. Karl stand bei Daimler am Band, Karl war Maurer, Karl hatte eine Videothek. Und jetzt, nach einem Leben voller Maloche, hat Karl einen Mops. Ist auch Maloche. „Ich sach ja immer: schlimmer als ein Kleinkind“, sagt Karl. Und Sebastian nickt. Weil Karl am Stock geht, läuft Sebastian das Rennen. Sie teilen sich auf. Der Sohn ist die Beine, der Vater der Mund. (….)

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