Olympische Sommerspiele 1972,Ulrike MEYFARTH,Hochsprung,sitzt nach OIlympiasieg gluecklich und fassungslos auf dem Rasen des Olympiastadions,QF [ Rechtehinweis: picture-alliance / Sven Simon ]

„Eben noch ein Mädchen, jetzt weltberühmt“

1972 wurde sie sensationell Olympiasiegerin im Hochsprung. 1984 wiederholte sie den Triumph. Ulrike Nasse-Meyfarth über ihre Triumphe und den großen Kampf dazwischen

Interview: Uli Hesse + Philipp Köster

Ulrike Meyfarth, am 4. September 1972 um 19.05 Uhr änderte sich Ihr Leben. Vorher war ich ein junges Mädchen aus Wesseling bei Köln, hinterher war ich weltberühmt.

Sie waren völlig unerwartet Olympiasiegerin im Hochsprung geworden, als Newcomerin. Im Münchner Stadion wurden Sie von Gratulanten umringt, Eberhard Stanjek interviewte Sie für die ARD, von Willy Brandt gab es einen Strauß Rosen. Die Stunden nach dem Sieg liefen wie ein Film an mir vorbei. Ich war völlig überwältigt vom ganzen Trubel. Und am Tag danach folgte bereits die große Ernüchterung, das Attentat auf die israelischen Sportler im olympischen Dorf. Ich wohnte ja in einem Apartment, das vom Dorf abgewandt war, und erfuhr morgens in der Mensa, was passiert war. Ein Wechselbad der Gefühle.

Sie hatten erst vier Jahre zuvor mit der Leichtathletik begonnen. Ganz schön rasante Entwicklung. Ich habe zuerst ein wenig herumprobiert und dann schnell gemerkt, dass mir der Hochsprung liegt. Und dann ging es rasant los. Mit 14 Jahren hielt ich schon den deutscher Schülerinnen-Rekord, die 1,68 Meter bin ich in Wesseling bei einem Schülerkampf gesprungen. Mit 15 Jahren war ich plötzlich deutsche ­Vizemeisterin bei den Erwachsenen mit 1,80 Meter und 1972 bei Olympia dabei. Als 16-Jährige.

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