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Oldies but Goldies

Was treibt Menschen an, bis ins hohe Alter Titel zu jagen und Rekorde zu brechen? Unterwegs mit Welt- und Europameistern der Altersklassen Ü80 und Ü90

Ehrgeiz ist keine Frage des Alters. Wolfgang Sadowski blättert in seinem Trainingsbuch, einer Kladde von lexikalischen Ausmaßen. An den Seiten ragen eingeklebte Zettel hervor. Der Gewichtheber aus dem Berliner Westen hat jede Aufwärmrunde, jeden Wettkampf minutiös dokumentiert. Endlose Strichlisten hinter Kilozahlen, am Ende jeder Einheit hat der 81-Jährige seine Leistungen in Zentnerwerte summiert und sich selbst benotet. Bestnoten gibt sich Sadowski so gut wie nie. Für eine „2+“ hat der Pensionär Gewichte wie ein Berserker gestemmt.
Unter dem Eintrag am 17. August 2017 klebt ein Ausdruck, auf dem in Fettdruck steht: „Superweltrekord!!!! Aber durch Verletzung unter meiner Leistung: Scheiße!“ Sadowski hat an diesem Tag bei der Gewichtheber-EM der Masters – dem internationalen Sammelbegriff für Seniorenwettkämpfe – im schwedischen Halmstad mit 72 Kilo im Stoßen und 60 Kilo im Reißen eine neue Weltbestmarke aufgestellt und den Titel in der Altersklasse ab 80 bis 84 Jahre geholt. Trotz einer schmerzhaften Hüft-OP im Vorfeld, trotz der Zerrung, die er sich am Wettkampftag im Rücken zuzog. „Der Rekord ist eigentlich pillepalle“, bollert Sadowski. Im Training hatte der Oldie vom „Athletik Klub Heros“ vorher bis zu 80 Kilo gestoßen. (…)

Die große Reportage über Wolfgang Sadowski und andere Ü80- und Ü90-Weltmeister lest Ihr in der neuen Ausgabe von NoSports!