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„Warum eigentlich nicht?“

Am Anfang des Winters sah es aus, als werde Richard Freitag der große Star der Saison 2017/18. Doch im Skispringen ist Erfolg ein flüchtiges Gut

Interview: Tim Jürgens

Richard Freitag, gibt es den perfekten Sprung? Nein.

Wirklich nicht? Zumindest habe ich noch keinen erlebt, was daran liegen kann, dass ich schon in der Vorbereitung vieles auf Perfektion auslege. Aber einen Sprung, bei dem dann wirklich alles perfekt läuft, gibt es nicht.

Haben Sie eine Erklärung dafür? Skispringen ist eine sehr situative Sportart, bei der Sekundenbruchteile entscheiden. In kürzester Zeit spielen so viele Faktoren hinein, die vorher nicht planbar sind. Es liegt in der Natur der Sache, dass ich nur bis zu dem Punkt, an dem ich die Schanze runterfahre, alles perfekt planen kann. Was danach passiert, ist ein Deal mit den Verhältnissen.

Sie hatten in der Luft noch nie das Empfinden, unbesiegbar zu sein? Natürlich hatte ich schon sehr gute und erfolgreiche Sprünge. Der schönste Moment meiner Laufbahn war der Sprung bei meinem allerersten Weltcupsieg in Harrachov im Dezember 2011 – aber auch dort lief in der Luft längst nicht alles perfekt.

Was machte diesen Sprung so einzigartig? Die Umstände. Mein Vater (DDR-Skispringer Holger Freitag, d. Red.) hatte 29 Jahre zuvor dort sein erstes Weltcupspringen gewonnen. Ich war gut drauf, nach dem ersten Durchgang lag ich überraschend vorn, und als ich die Schanze hochfuhr, gingen mir die entscheidenden Worte durch den Kopf.

Die da lauten? „Warum eigentlich nicht?“ Ich dachte: Warum sollte es nicht ausgerechnet heute an diesem Ort klappen? Eine derartige Freiheit im Kopf hatte ich noch nie empfunden.

(…)

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