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King of Queens

Bill May ist der erste männliche Weltmeister im Synchronschwimmen. In einer Disziplin, die es ohne ihn nicht gegeben hätte

Text: Ilja Behnisch        Fotos: John Huet

237 Tage Knochenmühle für diesen Moment. Ein ganzes Leben für diese drei Minuten im Becken der Kazan-Arena, dem Veranstaltungsort der Weltmeisterschaften 2015. Bill May, zu diesem Zeitpunkt 36 Jahre alt, schickt sich an diesem 26. Juli an, Historisches zu erreichen – das erste WM-Gold eines Mannes im Synchronschwimmen. Sollte er nervös sein, kann er das gut kaschieren. Denn Bill May lächelt sein Bill-May-Lächeln. Groß und weiß und amerikanisch. Noch steht er am Beckenrand, umtänzelt im Präludium zum eigentlichen Auftritt seine Partnerin im Mixed-Wettbewerb, die sieben Jahre jüngere Christina Jones. Ehe es ins Becken geht, ehe es darum geht, im technischen Programm nach Gold zu greifen. May hat einen Körperfettanteil von zehn Prozent, wirkt überhaupt wie aus Marmor geschlagen von einem, der es gut meinte mit seiner Kunst. Seine raspelkurzen Haare werden von einem zarten Irokesen gekrönt, als folge selbst die Frisur dieses Kriegers einem Prinzip: Er wirkt unantastbar. Ihm schlottern die Knie.(…)

Die komplette Reportage über den ersten männlichen Weltmeister im Synchronschwimmen – jetzt in NoSports#9!