Bildschirmfoto 2017-08-14 um 16.10.03

„Wir kämpfen um den Rest“

Drei Spitzenfunktionäre von Teamsportarten diskutieren über die Probleme, im Schatten des Fußballs die Popularität ihrer Disziplinen zu steigern

Interview: Tim Jürgens

Wolfgang Brenscheidt, Franz Reindl, Mark Schober, in Deutschland wird die freie Empfangbarkeit großer Fußballspiele als Grundrecht verstanden. Warum gilt das für Ihre Sportarten nicht?
Schober (Generalsekretär Deutschen Handball-Bund): Wir dürfen uns nicht mit Fußball vergleichen, diese Konstellation ist historisch gewachsen.
Reindl (Präsident Deutscher Eishockey-Bund): Fußball findet auf einem anderen Planeten statt. Wir kämpfen um den Rest der Marktanteile.
Brenscheidt (Generalsekretär Deutscher Basketball-Bund): Was würde es bringen, den Schwerpunkt unserer Arbeit woanders zu suchen? Wir müssen auf uns schauen.

Wie sehen Sie die Entwicklung in Ihren Bereichen?
Brenscheidt: Im Basketball verzeichnen wir in den letzten Jahren ein permanentes Ligawachstum. Aber am Ende definiert sich die Wahrnehmung bei der breiten Masse, wie überall, über den Erfolg. Wenn Bundesadlerteams herausragende Leistungen abliefern, sind auch Quoten da.
Reindl: Im Eishockey sind wir regional sehr gut aufgestellt, die Hallen sind voll. Aber auch wir stellen fest: Überregionale Wahrnehmung erleben wir nur, wenn etwa die Nationalmannschaft bei Olympia oder der WM Erfolge feiert.

Das heißt, Ihre Länderteams müssten nur um die Weltspitze mitspielen – und die Probleme sind gelöst?
Schober: Sportlicher Erfolg unserer Nationalteams ist ein Katalysator, aber damit die Wahrnehmung nachhaltig wird, braucht es viele Faktoren: Wir setzen auf eine kontinuierliche Jugendarbeit, bilden Spieler aus und produzieren auch zunehmend eigene mediale Inhalte, die wir auch Sendern anbieten, um unsere Reichweiten zu steigern. Um eine Sportart erfolgreich zu vermarkten, braucht es eine breite Basis, denn nach jedem Erfolg kommt irgendwann ein Rückschlag.

Die Handball-EM 2016 hat bis zu 18 Millionen Menschen vor dem TV versammelt. Warum hatte diese enorme Wahrnehmung keine Nachhaltigkeit?
Schober: Der Eindruck täuscht. Wir sind durch die EM einen deutlichen Schritt nach vorne gekommen.

Wie messen Sie das? Handball-Bundesligaspiele sehen selten mehr als 350 000 Zuschauer im Fernsehen.
Schober: Daran, dass wir neue Sponsorenverträge abgeschlossen haben und die DKB Handball-Bundesliga ab sofort von Sky und in der ARD übertragen wird. Und wir merken es auch daran, dass wir deutlich mehr Nachfragen von Medien bekommen – zum Beispiel dieses Interview.

Wie ist das Fazit nach der Heim-WM im Eishockey?
Reindl: Ähnlich. Wir hatten bei 64 Spielen in Köln und Paris 680 000 Zuschauer in den Hallen. Wir haben uns in der Weltrangliste von Platz 13 auf 8 verbessert. Wir haben vor der WM das Zehnjahresprogramm „Powerplay 26“ aufgestellt, das eine kontinuierliche Nachwuchsarbeit in den Mittelpunkt stellt, und so den Rückgang an Kindern, die in Vereinen Eishockey spielen, gestoppt. Wir wachsen wieder. Das liegt auch daran, dass inzwischen etliche deutsche Spieler in der NHL spielen.

Bislang konnte ein deutsches Eishockey-Team nur einmal Bronze bei Olympia holen: 1976 in Innsbruck. Sie waren als Aktiver dabei, Franz Reindl.
Reindl: Da sehen Sie, wie lang das her ist. Aber es tut sich was: Viele haben registriert, dass es eine große Leistung war, bei der WM 2017 bis ins Viertelfinale zu kommen und dort gegen Kanada unglücklich auszuscheiden.

Wie sehen Sie die sportliche Entwicklung im Basketball?
Brenscheidt: Wir sind zufrieden und haben noch viel Potenzial. Die BBL will bis 2020 die stärkste Liga in Europa sein. Wir haben eine Nachwuchsbundesliga auf den Weg gebracht, und die Talentdichte ist exzellent. Diese Saison wechseln wieder drei deutsche Spieler in die NBA. Wir sind im europäischen Nachwuchsranking von 12 auf 4 vorgestoßen.
Dennoch haben Sie Probleme, Ihre TV-Rechte so zu verkaufen, dass Sie eine große Zuschauerzahl erreichen. Die Handball-Liga spielt kommende Saison am Sonntag um 12.30 Uhr. Die Rechte für die Basketball-EM und die BBL sind günstig an Sport 1 gegangen. Der Spartensender hat auch die Eishockey-WM übertragen, und die DEL gibt es nur im Pay-TV.
Schober: Die Rechtesituation ist für uns alle nicht einfach. Wenn wir im frei empfangbaren TV laufen, erweitert das die Reichweite. Aber frei empfangbare Privatsender haben nun mal oft nicht das Geld, um viel für Rechte auszugeben. Beispiel: Die dänische Handball-Liga nimmt zehnmal so viel TV-Geld ein wie wir. In einem Land, das nur ein Zehntel der Bewohner Deutschlands hat. Deshalb arbeiten wir im Bündnis „Teamsport Deutschland“, das wir drei mit dem Deutschen Volleyball-Verband und dem Deutschen Fußball-Bund ins Leben gerufen haben, an Lösungen, um langfristig mehr Fernsehzeiten in reichweitenstarken Sendern zu bekommen.

Die Fußball-Bundesliga erlöst 1,3 Milliarden Euro pro Saison, und der internationale Basketballverband schafft es nicht mal, einen siebenstelligen Betrag für die TV-Rechte der EM in Deutschland zu erlösen.
Brenscheidt: Das sind leider die Möglichkeiten, die es derzeit gibt.
Reindl: Es macht keinen Sinn, sich an diesen Zahlen zu messen. Es ist wie im richtigen Leben: Der eine verdient mehr, der andere weniger. Man sollte nicht anfangen neidisch zu werden, sondern versuchen, mit seinen Möglichkeiten zurechtzukommen. Wir haben unseren Platz gefunden: Sport1 war begeistert von der WM. Alle Länderspiele und das Liga-Topspiel sind auf Sport1 so wie der Telekom-Live­stream aller DEL-Spiele sehr erfolgreich.

Wie müsste die Basketball-EM laufen, damit Sie zufrieden wären?
Brenscheidt: Über allem steht eine sportlich optimale Performance mit den besten Spielern. Da ist der aktuelle Sachstand leider so, dass zwei, drei Neuverträgler von der NBA nicht freigestellt werden. Wir werden in der EM-Vorbereitung bei unserem langjährigen Partner Sport1 zu sehen sein, was uns freut. Es gibt noch keine Entscheidung des internationalen Verbandes zu den EM-Rechten. Aber ich verrate kein Geheimnis, dass wir uns erhofft hatten, mit einigen Spielen auch in den Öffentlich-Rechtlichen zu laufen. Leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass daran kein Interesse besteht.

Ein Schlag ins Kontor.
Brenscheidt: Natürlich ist es frustrierend, aber als Sportler muss man mit Niederlagen zurechtkommen. Diese Entscheidung fiel offenbar unter dem Gesichtspunkt „TV-Quote“. Für mich hat es aber auch Signalwirkung, wenn mit Dirk Nowitzki einer der deutschen Sportsuperstars Anfang Juli ins „aktuelle Sportstudio“ geht, der nachweislich Interesse am deutschen Basketball hat, und in dieser Sendung in einem fast viertelstündigen Interview nicht ein Mal zum Thema Nationalmannschaft und Europameisterschaft gefragt wird.
Werden Sie auch derart von Medien in Ihrer Arbeit ausgebremst?
Reindl: Ich denke, jeder von uns kennt da Beispiele. Etwa wenn wir ausverkaufte Abendspiele in der „Arena auf Schalke“ erleben, und dann kommt der Rechteverwerter aus dem Free-TV und fordert, die Spiele müssten am späten Nachmittag ausgetragen werden. Aber ich glaube, es bringt nichts, wenn wir uns in den Bereich des Jammerns und Zurückblickens begeben.
Schober: Wir handeln und arbeiten auch auf politischer Ebene an Lösungen, um unsere mediale Position zu stärken.

Das heißt?
Schober: Ich bin der Ansicht, dass auch Sender bestimmte Pflichten haben. Stichworte: Rundfunkstaatsvertrag und Schutzliste. Unsere Sportarten erfüllen gesellschaftliche Aufgaben, deshalb sollten wir auch eine Wahrnehmung in der Gesellschaft bekommen.

Wie sähe denn Ihre Ideallösung aus?
Reindl: Ich bin sicher: Eines Tages wird es einen eigenen TV-Kanal für Teamsport geben.

Gibt es denn Menschen, die speziell auf Mannschaftssport anspringen?
Reindl: Ich glaube, der Mensch und vor allem der deutsche Sportfan ist vom Naturell her teamorientiert. Insofern glaube ich, dass gerade unsere Sportarten ganz besonders emotionalisieren.

Wie sehen das die anderen?
Brenscheidt: Wo fängt man an, Wünsche zu formulieren? Wie gesagt, wir stellen fest, dass auch öffentlich-rechtliche Sender zunehmend dem Quotendruck erliegen. Deswegen sagen wir, es muss ja nicht jedes Recht exklusiv verkauft werden. Wir sind auch zu Kooperationen bereit.

Etwas konkreter bitte.
Brenscheidt: Kooperationen mit TV-Kanälen eingehen, die Sendeformate anbieten. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten ab dem EM-Viertelfinale entscheiden können, unsere Spiele zu übertragen.

Also doch eine Art Grundrecht auf Teamsport – so wie im Fußball?  
Brenscheidt: Fußball ist ein Massenphänomen. Haken dran, großes Lob, gut gemacht. Die Frage ist: Wo beginnt der Auftrag, andere Sportarten mitzunehmen? Und: Ist es bei der Diskussion darum korrekt, die Quote ins Feld zu führen? Wir Verbände sind sehr offen, was die Bedürfnisse der Sender anbetrifft, wir haben gut zugehört und machen vieles mit. Nun bräuchten wir auf anderer Seite ein Kommitment.

Biathlon erreicht Zuschauerzahlen von über fünf Millionen, Marktanteile von fast 30 Prozent. Die Eishockey-WM sahen in der Spitze beim Spartensender drei Millionen Menschen.
Reindl: Zugegeben, Einzelsportarten sehe ich eher als Konkurrenz als den Fußball. Biathlon, Rodeln und Bob fängt teils um acht Uhr morgens an und hört erst am Nachmittag auf. Dazu die Vielzahl von Disziplinen. Das sind Präsenzzeiten, von denen wir nur träumen können. Noch dazu, wenn sie bei den Öffentlich-Rechtlichen laufen.

Selbst den Super Bowl schauen sich in Deutschland mitten in der Nacht fast 1,5 Millionen Menschen an.
Brenscheidt: Aus meiner Sicht ein singuläres Partyevent.
Schober: Wir konkurrieren nicht nur mit anderen Sportarten, sondern mit Events aller Art: von Helene Fischer übers Museum bis zum Videospiel.
Reindl: Sport ist kein Verdrängungswettbewerb wie bei Brauereien, die um eine fest definierte Zahl von Bierkonsumenten buhlen, wir wollen unser eigenes Publikum gewinnen. Eishockey zieht vielleicht nicht die Massen wie der Fußball an, aber wir haben eine große Zahl und besonders friedliche Fans, Familien mit Kindern kommen gern zu uns in die Hallen. Dieses Potenzial müssen wir ausbauen.

Dennoch: Warum sind die Teamsportarten im Hintertreffen?
Schober: Sportlicher Erfolg ist die Lokomotive. Da haben es Einzelsportarten manchmal leichter, wenn es um Persönlichkeit, die Wahrnehmung von Stars geht.
Reindl: Im Teamsport gibt es für uns bei WM und Olympia nur die Chance, einen einzigen Titel abzuräumen. Wenn Biathleten oder Skiläufer bei der WM antreten, gibt es teilweise fünf, sechs, sieben Medaillenchancen, wenn man alle Staffelwettbewerbe einrechnet. Das strahlt Attraktivität aus.
Schober: Ein weiterer Faktor: Regelmäßigkeit und Planbarkeit. Das machen die Wintersportarten sehr gut, wie sie ihre Wettbewerbe zu einer festgelegten Zeit des Jahres jedes Wochenende verlässlich und höchst bildschirmtauglich anbieten.

Wie sich eine Sportart perfekt vermarktet, zeigt die erfolgreichste Sportliga der Welt: die NBA. Warum tut sich Basketball auf dem deutschen Markt so schwer?
Brenscheidt: Es ist uns noch nicht gelungen, dieses Phänomen, so wie es in Asien und Nordamerika wahrgenommen wird, zu übertragen. Da fehlt eine gewisse Form von Tradition, und – noch mal – der sportliche Erfolg ist nicht konstant. Aber es wäre auch hilfreich, wenn ab und an Spiele einer Nationalmannschaft in so einer Weltsportart im teilstaatlichen TV zu sehen wären.

Wir erleben seit der WM 2006 in Deutschland einen unglaublichen Fußballboom. Wäre so ein gesamtgesellschaftlicher Ruck durch Ihre Sportarten vorstellbar?
Schober: Auf einem anderen Niveau. Für einen Schritt dieser Größenordnung fehlt uns schlicht die kritische Masse. Die gesellschaftliche Relevanz ist noch nicht groß genug.

Das heißt?
Schober: Um absolute Superstars zu entwickeln, die die Massen bewegen, müssen sich sehr viele Menschen für das Phänomen interessieren. Marco Reus wird ja nicht als Star geboren, sondern er wird erst durch das Publikum, das sich für Fußball interessiert, zu einem Star.
Reindl: Keine Henne ohne Ei.

Dennoch fallen vielen Deutschen beim Thema Eishockey sofort Namen der Siebziger wie Erich Kühnhackl, Franz Reindl, Udo Kießling ein …
Reindl: (Lacht.) Sehr nett, aber es gibt jetzt Draisaitl, Seidenberg, Rieder, Kühnhackl Jun., Greiss …

Oder Dirk Nowitzki im Basketball. Oder Stefan Kretzschmar, Heiner Brand im Handball.
Brenscheidt: So was funktioniert nur, wenn man über einen langen Zeitraum sportlichen Erfolg nachweisen kann. Du brauchst diese Typen möglichst permanent. Die Basketball-Nationalmannschaft wurde durch das internationale Wettkampfkonzept im Jahr fast zehn Monate unter Verschluss gehalten. Dies wird sich mit dem neuen Wettkampfzyklus verändern. Ganzjährig werden EM- und WM-Qualifikationsfenster eingeführt. Selbst wenn Deutschland aktuell zwei, drei Stars in der NBA hat, sind die hier selten greifbar. Wir müssen daher unablässig mit hoher Qualität Top-Nachwuchs entwickeln. Wir bräuchten die Jungs ständig vor Augen und dazu auch die Unterstützung der Medien.

Deshalb ist der Handballbund dazu übergegangen, den Sendern eigenproduzierte Beiträge anzubieten?
Schober: Wir machen sogar klassische Werbung. Wir geben Geld aus, um für unsere Sportart mit der Kampagne „Es lebe der Sport“ zu werben. Im Gegensatz zum Basketball haben wir aber auch den Vorteil, jedes Jahr eine WM oder EM zu präsentieren, um den Adler in den Fokus zu bringen.

Wie ist bei Ihnen eigentlich die Rangfolge? Handball Platz zwei?
Reindl: Eishockey ist zwei. (Alle lachen.) Oder wie wir sagen: Die Eins hinterm Fußball.
Schober: Wir konkurrieren nicht miteinander. Nur ganz selten gibt es Überschneidungen bei Sponsoren. Oder in großen Städten kommt es mal vor, dass zwei Vereine parallele Anstoßzeiten haben.

Lassen sich Ihre Zielgruppen beziffern?
Schober: Nicht so wie bei Mineralwasser, Bier oder Baumärkten, aber über Marktforschung haben wir ermittelt, dass wir eine Kernzielgruppe von knapp 1,5 Millionen haben. Sprich: Leute, die Geld für Handball ausgeben, ein Spiel anschauen oder ein Trikot kaufen. Bei Europa- oder Weltmeisterschaften erhöht sich diese Zielgruppe schnell auf drei, vier oder fünf Millionen. Unsere Aufgabe ist es, aus dieser Gruppe mehr Menschen zu bewegen, sich Spiele live anzuschauen oder ihre Kinder zum Handballspielen zu animieren.

Wie viele Menschen bewegen Basketball und Eishockey?
Brenscheidt: Sollten wir mal dahin kommen, bei einer WM den Amerikanern bis zum Halbfinale oder Finale aus dem Weg zu gehen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass auch wir 18 Millionen vorm Fernseher versammeln.
Reindl: Das würde genauso sein, wenn unsere Mannschaft im WM-Finale gegen Kanada spielt. Deswegen darf es auch kein Jammern geben, sondern wir müssen alles dafür tun, gute Spieler zu entwickeln. Schauen Sie nur, was für ein Rummel um Leon Draisaitl herrscht, wenn er aus der NHL nach Deutschland zurückkehrt.

Ist es ein Vor- oder ein Nachteil, dass zunehmend deutsche Spieler in die NHL und NBA abwandern?
Brenscheidt: Natürlich würde ich den ein oder anderen gern länger bei uns sehen, aber es ist enorm wichtig, dass Nachwuchsspieler erkennen, dass sie es von hier in die NBA schaffen können. Deshalb ist es notwendig, dass die NBA-Spieler – so wie Dirk Nowitzki es vorgemacht hat – regelmäßig aus den USA zurückkommen, um hier Emotionalität für den Sport zu schüren.
Reindl: Richtig. Denn es gibt keinen deutschen NHL-Spieler, der hier nicht alle Jugendabteilungen durchlaufen hat. Das zeigt, dass wir gute Arbeit leisten.
Schober: Diesen Mehrwert haben wir als nominell stärkste Handball-Liga der Welt nicht. Wer es in die NBA und NHL schafft, wird auch hier als Star wahrgenommen. Bei uns sind es eher deutsche Nationalspieler und internationale Stars wie Nikola Karabatić, die stark nachgefragt sind.

Mit Uwe Gensheimer und Tobias Reichmann spielten in der letzten Saison zwei Topstars der Nationalmannschaft im Ausland.
Schober: Was uns am Ende hilft, weil die deutsche Liga eine Zeit lang zu stark war. Es gibt inzwischen wieder mehr Vereine, die für eine competetive balance auf internationaler Basis sorgen.

Ist es gut, wenn der FC Bayern mit viel Geld eine Basketballmannschaft aus dem Boden stampft, die von jetzt auf gleich die Liga dominiert?
Brenscheidt: Ein Glücksfall. Wenn eine Marke wie der FC Bayern mit seinem Know-how im Sport so ein Projekt angeht, profitiert der gesamte Sport davon. Die erweitern unseren Markt und kreieren eine Sogwirkung.
Schober: Starke Marken helfen immer.

Wir fassen zusammen: Es ist ein mühsames Werkeln im Weinberg des Herren, aber insgesamt sind Sie optimistisch, was die Popularität Ihrer Sportarten anbetrifft?
Schober: Wir lieben unseren Sport, das ist das Wichtigste. Herausforderungen stellen sich jeden Tag, aber wir nehmen sie an.
Brenscheidt: Im Sport lernt man, Wege zu finden. Ich glaube, mit dieser Philosophie leben wir, und diese Beharrlichkeit zeichnet uns aus.
Reindl: Was sind Play-offs? Eine Lehrstunde fürs Leben. Weil bis zum Schluss alles möglich ist. So arbeiten wir.
Brenscheidt: Das Schöne ist: Wir reden hier über unsere Probleme und Möglichkeiten, aber heute Abend sitze ich vorm Fernseher und schaue Fußball.
Das Spiel Deutschland gegen Italien bei der Frauenfußball-EM.
Brenscheidt: Da steht ein Team mit dem Adler auf dem Platz, da bin ich dabei. Und ich wäre es auch, wenn heute Abend der deutsche Ruder-Achter übertragen würde.

Das große Interview mit den drei Top-Funktionären wurde im Juli 2017 geführt. Mehr zur Situation der populären Mannschaftssportartenin der Ausgabe#6 von NoSports!