Weißenhof-Turnier in Stuttgart: Michael Stich (Deutschland) schreibt Autogramme

Weißenhof Tournament in Stuttgart Michael Stitch Germany writes Autographs

Zu selten am Limit gespielt, Michael Stich?

Er war Nummer zwei der Welt, gewann Wimbledon und den Davis Cup. Trotzdem stand er immer im Schatten von Boris Becker. Oder etwa nicht, Michael Stich?

Interview: Andreas Bock      Foto: Phillip Gätz

Michael Stich, der ehemalige Weltranglistenerste Jim Courier sagte: „Wenn alle Spieler an ihrer Leistungsgrenze spielen, dann ist Stich der beste.“ Haben Sie zu selten am Limit gespielt? Natürlich hätte ich gerne ein paar mehr Grand-Slam-Turniere gewonnen, etwa die French Open. Für mich gab es aber immer auch ein Leben neben dem Tennis. Auf der ATP-Tour habe ich gerne die Städte besichtigt und die Menschen kennengelernt. Während der US Open in New York bin ich in der trainingsfreien Zeit zum Beispiel ins MoMA, um mir dort die Kunst anzusehen, anstatt auf der Tennisanlage rumzusitzen. Ich wäre heute ein anderer Mensch, wenn ich jede Minute des Tages ausschließlich dem Tennis untergeordnet hätte. Daher bin ich zufrieden mit meiner Karriere.

Woher kommt diese Gelassenheit? Ein Buch, das mich sehr geprägt hat, ist Sten Nadolnys „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Es handelt von einem jungen Mann, der in seinen Bewegungen und seiner Auffassungsgabe sehr langsam ist. Dafür wird er von anderen gerügt oder verspottet. Als er eines Tages zur See fährt, realisiert er, dass diese Art kein Nachteil sein muss. Manchmal ist es gut, zweimal über etwas nachzudenken. Es schärft den Blick auf die Dinge.

Das komplette Interview mit Michael Stich – ab sofort in der neuen Ausgabe von NoSports!